Neuigkeiten von Ulyssa
Die kleine Ulyssa ist in ihrem Viertel die Sensation. Bei Spaziergängen kommt ihre Familie kaum voran, weil sie ständig angesprochen wird. Wenn Ulyssa andere Hunde sieht, wird sie vor Freude und Übermut fast verrückt. Die Leute bleiben stehen und schauen entzückt zu, wie sie sich klein macht, anpirscht und sich dann nicht mehr beherrschen kann, sondern auf ihre Artgenossen zustürmt. Ulyssa hat keinerlei Berührungsängste, man könnte sogar sagen, je größer, je lieber, aber eigentlich ist es egal, Hauptsache spielen und das möglichst wild. Zum Glück hat sie bisher noch keine schlechte Erfahrungen gemacht.
Nachdem Ulyssa eine Woche bei ihren Besitzern war, ging es in die Welpenschule. Als ihre Familie die ersten 20 Schreck- und Angstminuten überlebt hatte, zeigte sich nicht nur, wie schnell und begierig Ulyssa lernt, sondern auch, wie schnell sie rennen kann, wie gerne sie tobt und wie sagenhaft mutig, bzw. unerschrocken Ulyssa ist.
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Ulyssas allerbester Freund ist Buddy, eine drei Wochen jüngere Bordeaux Dogge, die inzwischen bestimmt viermal soviel wiegt. Ulyssa wiegt mit fast vier Monaten 3,5 kg und ist mit ihren "Julia Roberts Beinen" 28 cm hoch. Buddys Beine sind dreimal so dick, sein Kopf auch. Gegensätzlicher ist eine Hundefreundschaft kaum vorstellbar. Wenn sie spielen, sieht es nach schlimmen Kämpfen aus - wobei Buddy fiept und Ulyssa die Zähne zeigt und knurrt. Nachbarn, die am Zaun stehen bleiben und zuschauen, mussten ihre Besitzer am Anfang beruhigen. Inzwischen könnten sie bei den Zaungästen schon fast Geld sammeln, die Leute sind beeindruckt und entzückt. Buddy lässt sich immer wieder begeistert umfallen, wenn die kleine Kampfratte Ulyssa angeschossen kommt, ihn anspringt und ihn in die Lefzen, die Ohren oder in die Rute kneift. Als er noch sehr klein war und noch nicht so richtig in Bewegung kam, bellte Ulyssa ihn an und brachte mit ihrem Gekläffe fast schon Ärger mit einer empfindlichen Nachbarin ein. Das ist aber vorbei. Jetzt heult Ulyssa, wenn sie Buddy im Treppenhaus vorbeikommen hört und er nicht bleibt um "Hallo" zu sagen. Beide scheinen ihre tägliche Dosis zu brauchen.
Ulyssa ist die allerbeste Beifahrerin, geht ziemlich gut an der Leine und würde es wohl noch besser machen, wenn es nicht so viele aufregende Nachrichten und alle paar Meter begeisterte Menschen oder eben andere Hunde geben würde. Daher ist das Gassi machen an der Leine eher zweitrangig und passiert nur, wenn es sich nicht anders vermeiden lässt.
Außer in die Welpenschule geht Ulyssa zweimal wöchentlich in die Menschenschule. Das ist toll. Da sind immer viele Mädchen, die kreischen (oh, ist sie süüüüß, darf ich sie streicheln, auf den Arm nehmen ...). Ulyssa genießt es, auch hier immer so schön im Mittelpunkt zu sein.
In der Welpenschule gab es einige einfache Agility-Übungen. Ulyssa macht die völlig mit Links, kein bisschen Angst oder Unsicherheit. Doch ihre Mitschüler sind dann interessanter. Deshalb geht die ganze Familie auf einen 10tägigen Intensivkurs. Ulyssas Temperament sollte ein wenig gezügelt werden. Wenn sie lernen würde, Nacktschnecken nicht mehr zu fressen oder sonstigen Unrat von der Straße und ihr Interesse sich deutlich mehr auf ihre Besitzer lenken ließ, wenn Ulyssa draußen ist, dann wäre das schon ein echter Erfolg. Sie liebt ihre Familie sehr, aber wenn alle auf der Hundewiese sind, kommt Ulyssa zwar in deren Richtung, läuft dann an ihrer Familie vorbei, weiter zum nächsten Kumpel.
Da es für Ulyssa im Bett so bequem ist, gibt es keinen Grund irgendwo anders zu schlafen. Anfangs war das anders. Wir hatten hier ein Kartonlabyrinth - zum Spielen und Absperren. Tagsüber bot das kuschelige Schlafplätze, wenn sich nicht gerade ein Schuh fand. Aber die Nacht in einem Karton zu verbringen stand außerhalb jeder Diskussion. Kissen, Decken, kuschelige wohl und bekannt duftende Locken waren viel besser. Und nichts geht über ein richtiges Bett. Da ist es sogar so schön, dass nicht nur das Durchschlafen toll ist, sondern auch das Langschlafen. Anfangs wurde Ulyssa natürlich hereingehoben, inzwischen ist sie auch mit Sprüngen dieser Art nicht zu bremsen. Das schicke Schlafhäuschen wurde erst richtig interessant, als Buddy hier zu Besuch war und zielsicher dorthin strebte. Da lagen allerdings auch wunderbare neue Kauteile, über die er sich sogleich hemmungslos hermachte. Fressen aller Art ist das einzige, das Buddy nicht bereit ist zu teilen. Das macht natürlich auch müde, und im Fressen einzuschlafen ... gibt es was besseres? Ulyssa findet seitdem das Häuschen ganz gemütlich, um zwischendurch mal ein Nickerchen zu machen, Spielzeug, Pantoffeln, Karotten und Hufe dort zu bunkern.
Alles in allem geht es Ulyssa in ihrer neuen Familie sehr gut, solange alle zusammen sind. Alleine sein mag sie überhaupt nicht. Das muss noch geübt werden. Wenn sie mal nicht mitkommen kann, ist sie bei Buddy oder einer Hundesitterin in der Nachbarschaft.
Fortsetzung folgt ...